Matratze Eingewöhnungszeit - Wie lange dauert sie? 9 Tipps

Nicola von GoetzeNicola von Goetze
, aktualisiert am 19. September 2022
Frau liegt auf Matratze zur Eingewöhnungszeit

Der Matratzenwechsel ist für den Körper immer mit einer Umstellung verbunden. In diesem Artikel geben wir wichtige Informationen und hilfreiche Tipps rund um die Eingewöhnungszeit auf einer Matratze. 

Wie lange dauert es, sich an eine neue Matratze zu gewöhnen? 

Es dauert 2 - 6 Wochen, um sich an eine neue Matratze zu gewöhnen. In dieser Eingewöhnungszeit ist es normal, dass der Schlaf aufgrund der anderen Liegeeigenschaften der Matratze nicht optimal ist. Dies sollte sich nach spätestens sechs Wochen ändern. 

Beschwerden in der Eingewöhnungszeit sind zwar normal, müssen aber bei gesunden Menschen am Ende dieser Anfangsphase vollständig verschwinden. Ist das nicht der Fall, sollte die Matratze ausgetauscht werden. 

Es ist wichtig zu wissen,welche Symptome in der Eingewöhnungszeit auf neuen Matratzen normal sind, damit man sich nicht voreilig dafür entscheidet, die Matratze umzutauschen, obwohl sie eigentlich gut geeignet ist. 

Sind Rückenschmerzen in der Eingewöhnungszeit normal? 

Rückenschmerzen sind in der Eingewöhnungszeit auf einer neuen Matratze normal. Selbst eine Matratze gleichen Typs weist andere Liegeeigenschaften auf, wenn sie nicht eingelegen ist. Verschiedene Körperteile werden unterschiedlich gelagert, wodurch es anfangs zu Beschwerden kommen kann.

Neben Rückenschmerzen sind auch leichte Hüftschmerzen, Schulterschmerzen oder Nackenschmerzen in der Eingewöhnungsphase keine Seltenheit. Da die Wirbelsäule auf jeder Matratze etwas anders gelagert wird, muss sich die Muskulatur erst an die neue Haltung gewöhnen, die ja jeden Tag über mehrere Stunden eingenommen wird. 

Folgen des suboptimalen Schlafs sind häufig auch ein gerädertes Gefühl am Morgen sowie eine etwas geringere Belastbarkeit.

Warum ist eine Eingewöhnungszeit bei Matratzen notwendig? 

Eine Eingewöhnungszeit ist bei Matratzen notwendig, weil man eine Matratze am Anfang zunächst einliegt, wodurch sich ihre Liegeeigenschaften verändern.  Erst am Ende der Eingewöhnungszeit kann festgestellt werden, ob langfristig ein guter Schlaf auf der Matratze möglich ist. 

Der Eindruck im Matratzengeschäft täuscht häufig, da die Matratzen im Geschäft meistens bereits etwas eingelegen sind, weil sie regelmäßig von Interessenten probegelegen werden. Aus diesem Grund fühlt sich die neue Matratze, wenn man sie zu Hause auspackt, meistens anders an als im Geschäft. 

Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen zur Überkorrektur neigen, wenn die alte Matratze nicht optimal war. So wählen manche gerne eine extra harte Matratze, wenn die alte zu weich war. Empfehlenswert ist allerdings, immer ein Modell zu wählen, das zu einem hinsichtlich Körperstatur, der Körpergröße und dem Körpergewicht passt. 

Worauf sollte man bei einer neuen Matratze in der Eingewöhnungszeit achten? 

In der Eingewöhnungszeit sollte man bei einer neuen Matratze besonders auf die Entwicklung der Beschwerden achten, die auf der Matratze auftreten. Ebenfalls wichtig sind die Geruchsentwicklung, das Schlafklima der Matratze und mögliche Symptome, die auf eine Allergie hinweisen könnten.

Hier die einzelnen Faktoren, auf die man achten sollte, im Überblick: 

Geruchsentwicklung der Matratze beobachten 

Kaltschaummatratzen und auch andere Schaumstoffmatratzen aus Polyurethan neigen dazu, in der Anfangsphase einen etwas unangenehm Geruch zu verströmen. Das hängt damit zusammen, dass bei der Herstellung Gase mit eingeschlossen werden, die nach dem Auspacken entweichen. 

Auch wenn diese Gase ungefährlich sind, ist es empfehlenswert, die Matratze zunächst einige Tage ausdünsten zu lassen, bevor man sie verwendet. Der Geruch sollte, wenn man stets gut lüftet, innerhalb einiger Tage zum größten Teil verschwinden. Dies ist bei in Deutschland gekauften Matratzen auch meist der Fall.

Bei günstigen, im Ausland gekauften Matratzen sollte man an dieser Stelle allerdings aufpassen, dass der Geruch wirklich verschwindet, da er die Schlafqualität bei manchen Menschen beeinträchtigen kann. 

Schlafzimmer regelmäßig lüften 

Das Schlafzimmer regelmäßig zu lüften, ist in der Eingewöhnungszeit sehr empfehlenswert. Wenn man auf eine gute Belüftung achtet, sorgt man dafür, dass die in den Poren der Matratze vorhandenen Gase schnell entweichen. 

Es ist generell immer empfehlenswert, das Schlafzimmer gut zu lüften und die Bettdecke tagsüber zurück zu schlafen, da Matratzen tagsüber stets vollständig trocknen sollten. Der Körper gibt nachts immer eine gewisse Menge Schweiß in die Matratze ab. 

Das ist ganz normal und hygienisch auch kein Problem, wenn die Matratze über einen waschbaren Bezug verfügt. Wichtig ist nur, dass die Feuchtigkeit nicht über einen längeren Zeitraum in der Matratze verbleibt, da es dann zur Bildung von Schimmel sowie zu einem übermäßigen Wachstum von Bakterien und Milben kommen kann. 

Beschwerden wahrnehmen - Sie sind in der Eingewöhnungszeit normal!

Selbstverständlich sollte man die Beschwerden, die auftreten, nicht ignorieren. Es ist sehr wichtig, ihre Entwicklung zu beobachten. Dabei sollte man aber auch äußere Faktoren berücksichtigen. Nicht immer ist die Matratze ist schuld, dass man Rückenschmerzen hat - Körperliche Überlastung oder Fehlhaltungen am Arbeitsplatz können ebenso dazu führen.

Ein gutes Indiz ist, wie man sich am Morgen nach dem Schlafen fühlt. Wenn die Punktelastizität, der Härtegrad und die Zonen der Matratze dafür sorgen, dass man ergonomisch gut liegt, sollten Beschwerden am Morgen meist geringer sein als abends. 

Ob dies der Fall ist, sollte ebenfalls über einen Zeitraum von mehreren Wochen beobachtet werden. 

Passenden Lattenrost verwenden 

Um die Matratze zu unterstützen und die Schlafunterlage im Bett optimal zu gestalten, sollte man einen passenden Lattenrost verwenden. Besonders empfehlenswert sind verstellbare Lattenroste, die sich der individuellen Körperform anpassen lassen. 

Je höher eine Matratze ist, desto wichtiger ist es, dass der Lattenrost vor allen Dingen eine stabile Basis bietet. Keinen Lattenrost zu verwenden ist mit einem höheren Pflegeaufwand verbunden, weil Matratzen, die auf dem Boden liegen, von unten nicht belüftet werden. Dadurch besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko für die Schimmelbildung. 

Lattenroste gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Tellerlattenroste sind eine interessante Entwicklung, da sie statt aus klassischen Latten aus vielen kleineren Tellern bestehen, wodurch sie die punktelastischen Eigenschaften der Matratzen noch verbessern sollen. 

Passendes Kissen und Bettdecken verwenden 

Auch die Bettwäsche sollte zu der neuen Matratze passen. Mit der Bettdecke lässt sich das Schlafklima gut regulieren. Fühlt sich die Matratze beispielsweise etwas kühler an als die alte Matratze, lässt sich mit einer dickeren Bettdecke gut gegensteuern.

Ein passendes Kissen zu werden ist sehr wichtig, damit man eine ergonomische Schlafposition einnehmen kann. Viele Kissen, die häufig verwendet werden, sind tendenziell zu hoch. Bei einem zu hohen Kissen wird der Kopf leicht nach oben abgeknickt. Dadurch kommt es häufig zu Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich. 

Man sollte auch darauf achten, nicht mit den Schultern auf dem Kissen zu liegen, weil die Schulterzone der Matratze dann meist nicht mehr ihre volle Wirkung entfalten kann. Beim Kauf von Bettwaren ist es empfehlenswert, auch eine ergonomische Liegeposition im Hinterkopf zu behalten und nicht nur auf Qualität der Produkte und den Schlafkomfort zu achten. 

Verschiedene Schlafpositionen testen 

Die meisten Menschen schlafen nicht durchgängig in einer Schlafposition. Deswegen sollten optimalerweise bereits im Geschäft verschiedene Schlafpositionen getestet werden. Eine externe Beratung ist an dieser Stelle sinnvoll, da von außen wesentlich besser sichtbar ist, ob die Liegeposition ergonomisch ist. 

In Rückenlage sollte die Wirbelsäule ihre natürliche S-Form einnehmen können. In Seitenlage sollte sie eine gerade Linie bilden. 

In diesem Zusammenhang ist es auch empfehlenswert, sich darüber zu informieren, ob die Matratze mit einem Topper verwendet werden sollte. In Boxspringbetten werden beispielsweise in den meisten Fällen Matratzen und Topper zusammen verwendet. Nur durch ihr Zusammenspiel entstehen in diesem Fall erst die guten Liegeeigenschaften. 

Schlafklima der Matratze 

Ein wichtiger Aspekt, auf den man in der Phase der Eingewöhnung achten sollte, ist das Schlafklima, welches die Matratze herstellt. Die Schlaftemperatur sollte zu den eigenen Bedürfnissen passen. Als Matratzen mit ausgeglichenem Schlafklima gelten Kaltschaummatratzen, Naturlatexmatratzen und Kokosmatratzen. 

Aufgrund ihrer sehr guten Luftzirkulation gelten Federkernmatratzen, Komfortschaummatratzen und Gelschaummatratzen als etwas kühler. Besonders warm sind Matratzen aus Viscoschaum, da diese meist eine sehr hohe Dichte aufweisen. 

Für Allergiker: Entwicklung der Symptome beobachten 

Allergiker sollten darauf achten, ob auf der neuen im Vergleich zur alten Matratze vermehrt Symptome auftreten, die die Nachtruhe stören. Wenn es bei gleichem Pflegeaufwand häufiger dazu kommt, dass der Schlaf aufgrund juckender Augen und einer laufenden Nase gestört wird, ist es empfehlenswert, andere Matratzen zu testen. 

Worauf war noch bei einer neuen Matratze achten sollte, erfährst du hier: 

Neue Matratze? - 9 Tipps rund um neue Matratzen

Was sollte man tun, wenn nach der Eingewöhnungszeit auf einer Matratze noch immer Schmerzen auftreten? 

Wenn nach der Eingewöhnungszeit auf einer Matratze noch immer Schmerzen auftreten, sollte die Matratze ausgetauscht werden. Eine Ausnahme davon bilden nur Menschen, die aufgrund von Erkrankungen Schmerzen haben. Optimalerweise sollte eine Matratze die Beschwerden etwas verbessern. 

Wer eine Matratze online kauft, kann vom 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen und die Matratze ohne Angabe von Gründen zurückschicken. Es ist aber empfehlenswert, nur Matratzen bei Händlern zu kaufen, die einem eine längere Probephase zugestehen. Da meist mehr als 14 Tage notwendig sind, um wirklich einschätzen zu können, ob die Matratze optimal ist, ist eine Rückgabephase von sechs Wochen oder mehr empfehlenswert. 

Ist eine Eingewöhnungszeit notwendig, wenn man die Matratze beim Händler probegelegen hat? 

Eine Eingewöhnungszeit ist notwendig, wenn man die Matratze beim Händler probegelegen hat, weil eine Matratze, die auf den ersten Blick bequem und ergonomisch erscheint, nicht immer auch langfristig optimal ist. Dazu kommt, dass die Matratze von einem selber eingelegen werden sollte. 

Wichtige Dinge, auf die du beim Probeliegen achten solltest, erfährst du hier: 

Matratze Probeliegen - 7 Tipps zum Probeschlafen | FS

Tipps für die Eingewöhnungszeit bei einer Matratze

Bei einer neuen Matratze sollte man dem Körper ausreichend Zeit für die Eingewöhnung geben. Nicht immer reicht es, Matratzen auszuwechseln, um Beschwerden loszuwerden. Wann immer man auf einer Matratze nicht optimal schläft, bedarf es deshalb zunächst einer gründlichen Ursachenfindung. 

Nur so kann festgestellt werden, ob eine neue Matratze mit anderen Liegeeigenschaften das Problem löst. Im Zweifel ist es deswegen sinnvoll, mögliche Erkrankungen durch einen Arzt überprüfen zu lassen. Kann eine Krankheit als Ursache ausgeschlossen werden, ist es empfehlenswert, sich zunächst zu den unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Matratzenarten zu informieren, bevor man eine Kaufentscheidung trifft. 

Nun weißt du, worauf man in der Eingewöhnungszeit bei einer neuen Matratze achten sollte, damit man eine informierte Entscheidung dazu treffen kann, ob man die Matratze behält oder sie besser doch zurückgeben sollte.

Nicola von Goetze
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Nicola von Goetze
Nicola beschäftigt sich seit mehr als 10 Jahren mit Matratzen. Als Experte publiziert er auf feines-schlafi.de regelmäßig zu allen Themen rund um die Matratze, um sein Wissen weiterzugeben.

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